Radiologische Gemeinschaftspraxis am Stiftsplatz Dr. A. Leppert, Dr. E. Rygula, Dr. N. Bazak, Chr. Jung

Angiographie

In der Angiographie erfolgt die Röntgendarstellung sowohl der venösen als auch der arteriellen Gefäße (Schlagadern). Hierzu werden Aufnahmen durchgeführt während ein Kontrastmittel in die Gefäße injiziert wird.

BeckenangiographieDie erste Angiographie wurde bereits im Januar 1896 also 2 Monate nach der Entdeckung der Röntgenstrahlung durchgeführt. Anfänglich war dies jedoch nur an Leichen möglich, da kein für den Menschen geeignetes Kontrastmittel verfügbar war. 1927 folgte die erste Angiographie der Kopfgefäße. Zum damaligen Zeitpunkt musste hierzu die Halsschlagader freigelegt werden. 1929 wurde dann von Werner Forssmann in Berlin die erste Rechtsherz-Katheteruntersuchung im Selbstversuch durchgeführt. Für diese bahnbrechende Entwicklung erhielt er 1956 den Nobelpreis für Medizin. Die Verwendung eines dünnen innerhalb des Gefäßes liegenden Schlauches (Forssmann) und die Möglichkeit der Direktpunktion durch die Haut, die 1953 von dem schwedischen Radiologen Sven Ivar Seldinger eingeführt wurde, war der Anfang der modernen Angiographie.

Angiographie OberschenkelDie moderne Angiographie wird - abgesehen von der Phlebographie - in Form der Digitalen Subtraktionsangiographie (DSA) durchgeführt. Diese erlaubt eine schnelle Serie von Aufnahmen und benötigt zudem eine geringere Strahlen- und Kontrastmittelmenge als die ursprünglich verwendete Blattfilmangiographie. Bei der DSA wird unmittelbar vor der Kontrastmittelinjektion eine "Leer"-Aufnahme des Untersuchungsbereiches angefertigt. Spätere Aufnahmen mit Kontrastmittel können dann rechnerisch von dieser Leeraufnahme abgezogen (subtrahiert) werden. Übrig bleibt das mit Kontrastmittel gefüllte Gefäß.

Aufgrund der fehlenden Strahlenbelastung und der geringeren Invasivität wird die Angiographie zu Diagnosezwecken heutzutage nahezu ausschließlich als MRT-Untersuchung durchgeführt.