Radiologische Gemeinschaftspraxis am Stiftsplatz Dr. A. Leppert, Dr. E. Rygula, Dr. N. Bazak, Chr. Jung

Mammographie

Die Mammographie, die eine Röntgenaufnahme der Brust darstellt, gilt bis heute als der "Goldstandard" in der Bildgebung bei der Frage nach Brustkrebs. Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung der Frau. Man geht davon aus, dass jede 10. Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkrankt. Mit Hilfe der Mammographie sind Tumoren in einem sehr frühen Stadium erkennbar, in dem noch gute Heilungschancen bestehen.

MammographieaufnahmeNach Entdeckung der Röntgenstrahlen durch den Würzburger Physiker Wilhelm Conrad Röntgen im Jahre 1895 wurde die ersten Mammographie im Jahre 1927 von dem Leipziger Arzt Otto Kleinschmidt durchgeführt. Erst 1951 wurden die für die frühzeitige Entdeckung von Brustkrebs so wichtigen Mirkoverkalkungen von Raul Leborgne, einem Arzt aus Uroquay beschrieben. Im Laufe der Jahre wurde die Bildqualität stark verbessert. Gleichzeitig konnte die bei der Mammographie auftretende Strahlenbelastung erheblich reduziert werden.

Für die Mammographie sind spezielle Röntgengeräte notwendig, da die geringen Kontraste innerhalb der Brust eine niedrige Aufnahmespannung erfordern. Da diese "weiche" Strahlung mit einer erhöhten Strahlenbelastung einhergeht, besitzen moderne Mammographiegeräte spezielle Filter und Anodenmaterialien. Die Untersuchung sollte mit moderner Digitaltechnik durchgeführt werden.

MammographieaufnahmeBei stark drüsenhaltigem Gewebe - insbesondere bei jüngeren Frauen oder während einer Hormonersatztherapie - ist die Beurteilbarkeit der Mammographie möglicherweise eingeschränkt. In diesen Fällen wird eine ergänzende Untersuchung mittels Ultraschall durchgeführt. Dies gilt auch, wenn verdächtige Herde in der Mammographie entdeckt wurden. Der Ersatz der Mammographie durch den Ultraschall oder die Kernspintomographie (MRT) ist jedoch, auch wenn wir uns dies wegen der fehlenden Strahlenbelastung wünschen, in der Regel nicht möglich.

Eine Sonderform der Mammographie stellt die Galaktographie dar, die bei Blutungen oder anderen Sekretionen aus der Brustwarze zum Einsatz kommt. Bei ihr wird der Milchgang vor der Mammographie mit einem flüssigen Kontrastmittel gefüllt, um Tumore der Milchgangsschleimhaut nachzuweisen bzw. auszuschließen.

In den USA wurde bereits 1962 begonnen ein Screening-Programm zu entwickeln. Beim Screening handelt es sich um eine routinemäßiges Durchführung von Mammographien bei gesunden Patientinnen in einem bestimmten Alter. Ein Mammographiescreening für Deutschland wurde in jüngster Zeit eingeführt. Hierbei sollen alle bis dahin brustgesunden Frauen im Alter von 50 - 69 Jahren in zweijährigen Abständen untersucht werden. Die von uns mitbetriebene Screeningeinheit in Kaiserslautern wurde 2008 eröffnet.