Radiologische Gemeinschaftspraxis am Stiftsplatz Dr. A. Leppert, Dr. E. Rygula, Dr. N. Bazak, Chr. Jung

Strahlentherapie

Nach der Entdeckung der „Röntgenstrahlen“ durch den Würzburger Physiker Wilhelm Conrad Röntgen in Jahre 1895 (Nobelpreis 1901) fanden die ersten Anwendungen dieser ionisierenden Strahlung bei Tumorerkrankungen bereits kurz nach der Jahrhundertwende statt. In den 20er und 30er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts erfolgte die systematische Erforschung der Wirkung ionisierender Strahlung auf gesundes und krankes Körpergewebe. In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts erlebt die Strahlentherapie insbesondere durch die Verbesserung der technischen und apparativen Voraussetzungen eine außergewöhnliche Blütezeit, so dass durch verfeinerte Operationsverfahren und eine ausgefeilte Strahlentherapie („Stahl und Strahl“) eine erheblich verbesserte Behandlung von Tumorpatienten mit deutlich verlängerter Lebenserwartung und gesteigerter Lebensqualität erreicht werden konnte.

Neben der Strahlentiefentherapie zur Behandlung von Krebsleiden wird die Strahlenbehandlung in Form der Halbtiefen- und Oberflächentherapie auch zur Besserung von entzündlich-degenerativen Prozessen und von Hauttumoren eingesetzt:

Die Behandlungsweise der oberflächlichen Hauttumoren (insbesondere des Basalioms) besteht darin, dass durch die ionisierende Bestrahlung die in schneller Kernteilung befindlichen Tumorzellen in ihrem Erbgut beschädigt werden. Die Tumorzellen sind dann zur Kern- und Zellteilung und damit zur Vermehrung nicht mehr fähig. Hierzu sind Strahlenenergien notwendig, die die Energie der für die Röntgendiagnostik verwendeten Strahlung erheblich übersteigt. Das den Hauttumor umgebende gesunde Gewebe ist durch die Wirkung der Bestrahlung wesentlich weniger verletzbar und reagiert im Sinne einer Entzündung, welche bei entsprechender Pflege der Haut nach einigen Wochen abheilt.

Die günstige Wirkung der Röntgenhalbtiefentherapie auf entzündliche und degenerative Gelenkveränderungen besteht darin, dass das saure Milieu (Gewebsübersäuerung) in einem entzündlich-degenerativ veränderten Gelenk durch Einwirkung der Bestrahlung und Ausbildung von Radikalen in ein neutrales oder gar basisches Milieu umgewandelt wird. Hierdurch gelingt in etwa der Hälfte der Fälle eine Besserung der Gelenkbeschwerden, in günstigen Fällen kann eine Beschwerdefreiheit erreicht werden.